{"id":211,"date":"2016-06-08T00:19:18","date_gmt":"2016-06-08T00:19:18","guid":{"rendered":"http:\/\/servicelist.de\/vgan\/?p=211"},"modified":"2016-06-20T19:01:06","modified_gmt":"2016-06-20T19:01:06","slug":"es-war-einmal","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wp12584746.server-he.de\/?p=211","title":{"rendered":"Es war einmal"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/servicelist.de\/vgan\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/cache_2413448400.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-212 size-medium\" src=\"http:\/\/wp12584746.server-he.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/cache_2413448400-300x225.jpg\" alt=\"cache_2413448400\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/wp12584746.server-he.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/cache_2413448400-300x225.jpg 300w, http:\/\/wp12584746.server-he.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/cache_2413448400.jpg 540w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"n\">\n<p align=\"center\"><strong>6.000 Jahre Neckarauer Geschichte<\/strong><\/p>\n<p>Die Auen an der M\u00fcndung des Neckars in den Rhein waren bereits seit der Jungsteinzeit, d.h. um 4.000 v. Chr., \u00a0besiedelt, wie Steinbeile, ein Bronzering und Siedlungsreste am alten Friedhof belegen.<\/p>\n<p>Die R\u00f6mer hinterlie\u00dfen\u00a0in diesem strategisch und milit\u00e4risch wichtigen Fluss-M\u00fcndungsbereich ihre Spuren. Eine\u00a0Jupiters\u00e4ule, Gr\u00e4ber und der Burgus als Vorposten des Kastells Alta Ripa sind\u00a0Funde aus der Zeit um 400 n Chr.<\/p>\n<p>Im 6. Jahrhundert siedelten die Franken in Hermsheim und in Neckarau. Es wurde ein K\u00f6nigshof errichtet, der\u00a0auf Weisung Kaiser Karls des Gro\u00dfen dem Kloster Altrip seine Abgaben entrichtete. Die erste urkundliche Erw\u00e4hnung Neckaraus\u00a0erfolgte in einer\u00a0Urkunde K\u00f6nig Ludwigs des Deutschen 871, mit\u00a0der die Fischereirechte der Villa Naucravia dem Reichskloster Pr\u00fcm in der Eifel und seinem &#8222;Vilialkloster&#8220; Altrip zugesprochen wurden. Der so genannte Klosterhof Neckarau hatte um das Jahr 900 rund 150 Einwohner.<\/p>\n<p>In den folgenden Jahren ging Neckarau an zeitweilig an das Hochstift Worms, zeitweilig an die Pfalzgrafen bei Rhein, wurde aber auch mehrfach an andere Herrschaften verpf\u00e4ndet.<\/p>\n<p>Im 15. Jahrhundert, als Neckarau mit ca. 500 Einwohnern zur Kurpfalz geh\u00f6rte, begannen die Aufzeichnungen im Neckarauer Dorfbuch, \u00fcber die Pfarrei, das Neckarauer Gericht, die b\u00e4uerlichen Abgaben und die Gestellung von Kriegern.<\/p>\n<p>Unser Verein erinnert mit einer\u00a0traditionellen szenischen B\u00fchnendarstellung \u201eNeckarauer Historisches G\u00e4n\u00dfzinn\u00df-Mahl&#8220; einmal im Jahr\u00a0an diese Zeit der \u201eNatural- Steuern&#8220;, die an den Kurf\u00fcrstlichen Hof zu entrichten waren.<\/p>\n<p>Zur Zeit der Reformation und Gegenreformation hatte Neckarau etwa\u00a0700 Einwohner. Es wurde im 30-j\u00e4hrigen Krieg mehrfach &#8211; wie auch die Festung Mannheim \u2013 von kaiserlichen und schwedischen Truppen erobert, ausgepl\u00fcndert und verbrannt. Zu Kriegsende\u00a0war\u00a0die Neckarauer Bev\u00f6lkerung nur noch halb so gro\u00df. In 70 Haushalten lebten nur noch rund 300 Menschen.<\/p>\n<p>In der folgenden Zeit wurde\u00a0Neckarau von der Pest heimgesucht, die Herrschaftslinien und deren Religionszugeh\u00f6rigkeiten wechselten. In mehreren Kriegen \u2013 Franz\u00f6sisch\u00a0&#8211;\u00a0Holl\u00e4ndischer Krieg, Pf\u00e4lzischer und Polnischer Erbfolgekrieg sowie zwei\u00a0Koalitionskriege \u2013 wurde\u00a0das &#8222;Insel-Dorf&#8220; Neckarau von den Angreifern auf Mannheim \u2013 zumeist Franzosen &#8211; \u00a0gerne als Hauptquartier benutzt; zu dieser Zeit lebten in Neckarau ca. 900 Menschen.<\/p>\n<p>Zwei wichtige Erinnerungen existieren\u00a0aus dieser Zeit: Das gro\u00dfe Gem\u00e4lde im Rathaus-Wappensaal \u201eKampf auf der Neckarauer Gie\u00dfenbr\u00fccke&#8220;, das die Vertreibung der Franzosen aus Neckarau durch die \u00d6sterreicher am 18. September 1799 zeigt und der \u201eFranzosenweg&#8220; am Rhein-Strandbad.<\/p>\n<p>Unser Verein erinnert j\u00e4hrlich mit einer \u201eFranzosen-Suppe&#8220; beim \u201eRosenmontag-Schmaus&#8220; an diese Zeiten.<\/p>\n<p>Mit Beginn des 19. Jahrhundert fiel\u00a0Neckarau als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses\u00a0an das Gro\u00dfherzogtum Baden. Es hatte damals\u00a0176 H\u00e4user und 1154 Einwohner.<\/p>\n<p>Die\u00a0Industrialisierung erbrachte mehrere Ortserweiterungen. Die Gie\u00dfenbr\u00fccke wurde 1853 durch einen Damm ersetzt. Es wurden die Eisenbahnlinien nach Heidelberg und nach Karlsruhe gebaut, Schulen eingerichtet, Vereine gegr\u00fcndet. Am 19. Oktober 1889 wurde das neue Neckarauer Rathaus eingeweiht. Neckarau z\u00e4hlte zu diesem Zeitpunkt\u00a06.200 Einwohner. Heute sind es ca. 35. 000 (zu Neckarau geh\u00f6ren der &#8222;Almend-Hof&#8220; und das &#8222;Niedere Feld&#8220;).<\/p>\n<p>10 Jahre sp\u00e4ter lebten hier 11.204 Einwohner, darunter 689 allmendberechtigte B\u00fcrger. Am 1. Januar 1899 wurde die Eingemeindung Neckaraus nach Mannheim vollzogen. Wir gedenken dieses Ereignisses regelm\u00e4\u00dfig im Rahmen des Stadtteilfestes durch eine B\u00fchnen-Darstellung der \u201eNeckarauer-Stadt-Hochzeit&#8220; mit dem Dorf Neckarau als Braut und der Stadt Mannheim als Br\u00e4utigam.<\/p>\n<p>In den folgenden 25 Jahren erlebte Neckarau einen gro\u00dfen Aufschwung durch Ausbau\u00a0der Infrastruktur, Erweiterungen der Wohn-, Gewerbe- und Industrie-Gebiete. aber auch die N\u00f6te und Folgen des 1. Weltkrieges. \u00a0Neckarau mit\u00a0Almenhof hatten damals 20.328 Einwohner, 220 Gewerbetreibende und 28 Industriebetriebe.<\/p>\n<p>Die schlimmste Zeit mussten die Neckarauer von 1933 bis 1945 erdulden\u00a0mit Verfolgungen durch die Nazionalsozialisten, schweren Bombardierungen, 841 Kriegs-Gefallenen und 76 Toten durch Luft-Angriffe; die Bev\u00f6lkerung ging\u00a0auf ca. 15.000 \u00a0zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ab 1946 erfolgte\u00a0 der Wiederaufbau.\u00a0Das wirtschaftliche, soziale, kulturelle und gesellschaftliche Leben wurde durch neue Wohngebiete, Arbeitspl\u00e4tze, soziale Einrichtungen, Vereinsgr\u00fcndungen, Sport- und Kultur-St\u00e4tten bis heute erfolgreich und beispielhaft entwickelt.<\/p>\n<p>Unser \u00fcber 125 Jahre altes Neckarauer-Rathaus-Ensemble ist mit \u00a0dem\u00a0B\u00fcrgerdienst und den Heimatmuseen ein vorbildliches Dienstleistungs- und Kulturzentrum f\u00fcr die gesamte B\u00fcrgerschaft und erf\u00fcllt den\u00a0Spruch seiner Grundsteinlegung:<\/p>\n<p>&#8222;<strong>Von diesem Haus soll gehen aus: Weiser Rat \u2014 wackre Tat \u2014 gute Saat!&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>9 B\u00fccher und Bildb\u00e4nde, die unser Verein in den vergangenen Jahren herausgebracht hat, bezeugen die reiche Geschichte unseres liebenswerten Dorfes und Vororts Neckarau. Wir empfehlen sie als anregende Lekt\u00fcre, die sie im Buchhandel, aber auch bei uns erwerben k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>6.000 Jahre Neckarauer Geschichte Die Auen an der M\u00fcndung des Neckars in den Rhein waren bereits seit der Jungsteinzeit, d.h. um 4.000 v. Chr., \u00a0besiedelt, wie Steinbeile, ein Bronzering und Siedlungsreste am alten Friedhof belegen. Die R\u00f6mer hinterlie\u00dfen\u00a0in diesem strategisch und milit\u00e4risch wichtigen Fluss-M\u00fcndungsbereich ihre Spuren. 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